Feilen - Arten und Verwendung
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Feilen - Arten und Verwendung

Feilen - Arten und Verwendung

Feilen sind mehrschneidige Werkzeuge, welche zur spanenden Bearbeitung von Werkstoffen eingesetzt werden. Die Bearbeitung mit einer Feile gehört zu einer der ältesten manuellen Fertigungsverfahren. Als die Menschen im frühen Mittelalter in der Lage waren Metalle warm umzuformen und auch die Stoffeigenschaften zu ändern, bekam das Feilen eine sehr wichtige Bedeutung bei der Metallbearbeitung. Der Arbeitsablauf beim Feilen hat sich seitdem nicht verändert. Die Vorschubbewegung wird manuell über die Feile erzeugt und auf ein fest gespanntes Werkstück übertragen. Die ersten Feilen besaßen nur eine geringe Anzahl an unterschiedlich angebrachten Schneiden, welche von Hand in eine Metallplatte gehauen wurden. Die Schneiden werden bei einer Feile als Zähne oder auch Hiebe bezeichnet. Diese Zähne sind heute geometrisch genormt. Die Metallplatte auf der die Zähne sitzen, wird als Feilenheft bezeichnet. An diesem Heft befindet sich eine spitz zulaufende Feilenangel. An ihr können später Griffe aus Holz oder Kunststoff befestigt werden. Heute werden Feilen ausschließlich maschinell gefertigt. Die maschinell gehauenen Feilen finden hierbei am häufigsten Verwendung. Die Spanabtragung erfolgt hier raspelnd oder auch schabend. Gefräste Feilen hingegen tragen Späne schneidend vom Werkstück ab. Die Anbringung der Feilenzähne auf dem Feilenblatt bezeichnet man als Hieb. Man unterscheidet in den Raspelhieb, den Einhieb und den Kreuzhieb. Raspelfeilen besitzen sehr große einzelne Zähne, welche weit gefächert auf dem Feilenheft verteilt sind. Sie eignen sich nur zur Bearbeitung von Holz, Leder und Kunststoffen. Einhiebfeilen besitzen viele parallel angebrachte Zähne. Dadurch entsteht ein ruckartiges Bearbeiten des Werkstücks. Aus diesem Grund wird diese Feile nur zum Bearbeiten von weichen Metallen und Kunststoffen genutzt. Kreuzhiebfeilen sind gehauene Feilen, bei der die Zähne des Unterhiebs den Oberhieb diagonal Kreuzen. Sie eignen sich besonders zur Bearbeitung von harten Werkstoffen. Auch weiche Werkstoffe können mit Kreuzhiebfeilen bearbeitet werden. Jedoch lässt hier der geringe Spanungsraum nur wenig Materialabtragung zu. Auch die Anzahl der Zähne pro Quadratzentimeter kann bei einem Feilenheft variieren. In der Fachsprache spricht man von der Hiebzahl. Je größer die Hiebzahl ist desto feiner ist die Feile. Feilen mit der Hiebnummer 1-3 werden als Schruppfeilen bezeichnet. Sie können relativ viele Späne abtragen. Jedoch weisen die Oberflächen keine gute Beschaffenheit auf. Feilen mit dem Hieb 4-6 werden als Schlichtfeilen bezeichnet. Die Spanabtragung ist hier wesentlich geringer, die Oberflächen weisen hingegen eine wesentlich bessere Qualität auf. Das Reinigen mit einer Drahtbürste kann gerade bei feinen Schlichtfeilen nicht immer zum gewünschten Erfolg führen. Aus diesem Grund werden kleine Bleche durch die einzelnen Reihen gezogen um festsitzende Späne zu entfernen. Die Oberflächenqualität kann beim Feilen außerdem durch das Auftragen von Kreide auf das Feilenheft verbessert werden. Die Kreide setzt sich in den Spanungsraum der Schneide und verhindert somit ein tiefes Eindringen der Schneide in das zu bearbeitende Werkstück. Die Größe der Feilenhefte kann auch sehr stark variieren. Besonders kleine Feilen werden hier als Schlüssel- oder Nadelfeilen bezeichnet. Größere Feilen werden zum Beispiel als Armfeilen bezeichnet. Die Form der Feilenhefte ist genormt, wie auch die Schneiden. Die am häufigsten verwendete Feile ist die Flachfeile. Sie eignet sich zum Bearbeiten von geraden Flächen. Außerdem gibt es noch Rund-, Halbrund-, Messer-, Schwert- und Dreiecksfeilen. Durch die große Anzahl der Feilenformen lässt sich nahezu jede beliebige Form auf ein Werkstück übertragen.
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Autor: Bernhard Heß
08. Dec. 2008