Ballspielen oder Ballerspiele spielen?
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Ballspielen oder Ballerspiele spielen?

Ballspielen oder Ballerspiele spielen?

Nur zwei Buchstaben trennen das gesunde Spiel an der frischen Luft oder in einer Sporthalle von bisweilen aggressiven Fingerübungen in einem verdunkeltem Raum am Computer. Beides wird heute als Sport akzeptiert, doch mag man in einem Falle kontrovers darüber diskutieren, ob die virtuelle Ausprägung eines Sportes auch dem Erhalt eines gesunden Körpers zu gute kommt. Von vielen Eltern argwöhnisch kritisiert, haben insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene ihre sportlichen Aktivitäten auf den Computerbildschirm verlegt und hetzen mit einer Maus und einer Tastatur bewaffnet hektisch durch Dungeons, brennende Städte und Fantasywelten. Im Vergleich zum Ball-er-spiel ist das Ball-Spiel weitgehend als die gesündere Variante sportlichen Treibens etabliert. Dem ist aber auch nicht immer so, denn die Verletzungsgefahr mag bei letztgenannter sportlicher Aktivität doch ein vielfaches die Gefährdung durch eine Sehnenscheidenentzündung oder einen verkrampften Daumen beim Computerspiel überschreiten. Natürlich ist nicht jede Form des Ballsportes mit einem hohen Verletzungsrisiko verbunden: Auch der Golfball wird noch als ?Ball? bezeichnet und dies obwohl er kaum die Maße einer Billardkugel überragt. Wer versucht, mit seinem Golfschläger seine Golfbälle über das Grün zu befördern, hat ein gesundes Maß an Bewegung, verbringt einige Zeit an der frischen und meist auch gesunden Luft und geht nur eine geringe Gefahr ein, sich selbst zu verletzen. Das Auffangen von Golfbällen mit den eigenen Zähnen ist jedenfalls in der Golfetikette strengstens verboten und wird deshalb auch kaum praktiziert. Natürlich lässt sich die Kunst des Golfsportes auch in einem Computerspiel üben, jedoch sollte dabei das Fenster geöffnet bleiben, will man in einen vergleichbaren Genuss frischer Luft kommen, wie beim leibhaftigen Golfspiel auf dem Golfplatz.
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Autor: Andreas Mettler
14. Jan. 2008