Spachtelmassen - ein Überblick
Mit dem Dispersionsbinder, der fast allen heutigen Spachtelmassen zugrunde liegt, eröffneten sich vielfältige neue Anwendungsmöglichkeiten. Willi Baumeister war einer der ersten, die mit dem Dispersionsbinder experimentierten. Mit plastischen Grundierungen war er bereits in den 60er Jahren bekannt geworden. Er begriff in der Entstehung eines Bildes immer einen Prozess, in welchem sich Stoff und Material bilden und bildnerische Mittel elementar zum Ausdruck bringen. Das Experimentieren und das Schaffen neuer Formensprachen wurden von Baumeister ausdrücklich unterstützt.
Spachtelmassen bestehen im Wesentlichen aus Dispersionsbinder und Füllstoffen wie Sand oder Marmormehl. Dieser Binder ergibt Spachtelmassen, die sich bestens für die Tafelbildmalerei und Dekoration auf Wänden eignen.
Viele moderne Baumaterialien bieten zusätzliche Möglichkeiten, den Bilduntergrund haftend zu machen, so eigenen sich beispielsweise Bau- und Fliesenkleber. Der eigenen Experimentierfreudigkeit sind dabei natürlich keine Grenzen gesetzt.
Mit der Möglichkeit Acrylharz herzustellen gewann Dispersionsbinder ab 1915 für die Farbherstellung zunehmend an Bedeutung. Dabei galt das Hauptaugenmerk der Industrie zunächst dem Bausektor.
Kunstharzdispersionen sind milchig und trocknen wasserunlöslich und klar auf. Problematisch ist die große Sprödigkeit, die mit der Zugabe von Weichmachern bekämpft werden sollte. Diese Weichmacher bewirkten Vergilbungen, die nicht erwünscht waren.
Mittlerweile gibt es Dispersionen ohne Weichmacher, denen bei künstlerischen Arbeiten der Vorzug zu geben ist. Letztendlich liegt die Auswahl jedoch in der Hand des Künstlers.
Hits: 1012
Autor: Bernhard Heß
24. Jul. 2007
Autor: Bernhard Heß
24. Jul. 2007
techeins.de

